Aus dem Insel-Boten (03.03.2011)
Dem Gebäude die Leviten gelesen
Flensburger Schüler der „Fachschule für Technik und Gestaltung“ erstellten Energiegutachten für ehemalige Berufsschule Wyk
„Die Klasse wird uns in energetischer Hinsicht die Leviten lesen“. Mit diesen Worten eröffnete Bauamtsleiter Christian Stemmer eine Zusammenkunft im Amtsgebäude, bei der das Energiegutachten für die ehemalige Berufsschule in der Wyker Feldstraße vorgestellt wurde.
Etwa 1000 Stunden hatten 13 Schüler der „Fachschule für Technik und Gestaltung“ der Flensburger Eckener-Schule im letzten Teil ihrer Ausbildung zum Techniker der Gebäudesystemtechnik in dieses Projekt investiert. Es könnte, wie Stemmer ausführte, als Grundlage für ein Energie-Controlling dienen.
Die jungen Männer waren im November vergangenen Jahres eine Woche lang in Wyk gewesen, um das Gebäude „Feldstraße 36“ unter verschiedenen Gesichtspunkten unter die Lupe zu nehmen. Dabei hatte, wie sie bei ihrer Präsentation dankbar bemerkten, Hausmeister Volkert Schmidt viel Zeit zur Unterstützung aufgewandt. Für ihre energetische Bewertung hatten die Schüler besonders die Heizungsanlagen, die Elektroinstallation und den Brandschutz begutachtet und zusätzlich eine Befragung der im Haus arbeitenden Menschen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden dann mit einem speziellen Computerprogramm bearbeitet, was schließlich in dicken Aktenordnern mündete, die Amtsvorsteherin Heidi Braun zum Abschluss der Veranstaltung entgegennehmen konnte.
Das Haus umfasst, wie die Zuhörer erfuhren, eine Grundfläche von 1220 Quadratmetern, wobei die drei Gebäudeteile zwischen 1955 und 1989 erstellt worden sind. Dies bedeutet auch, dass sie unterschiedlich zu bewerten waren. Während der zuletzt erstellte Anbau mit einem Flachdach, in dem das Sozialzentrum untergebracht ist, wenig Anlass zur Beanstandung gab, wiesen die beiden älteren Teile eine Reihe von Mängeln auf. Genannt wurden dabei unter anderem Fenster und Türen, die ausgetauscht werden sollten. Gezählt hatten die jungen Männer übrigens 137 Fenster und 56 Türen. Ein weiterer Punkt betraf die Dämmung der Decken zu den ungenutzten Dachbereichen.
Die zwei Wärmeerzeuger des Gebäudes, die 109 Heizkörper versorgen müssen, fanden vor den Augen der Schüler wenig Gnade. Sie empfahlen den Einbau neuer Kessel und eines neuen Brenners, was ein jährliches Einsparpotenzial von rund 4100 Euro bedeuten könnte. Im Rahmen der Präsentation wurde angemerkt, dass in (Zur Seite 2)