Robolympics: Mit Wäscheklammer, Zollstock und Seifenblasen ins Ziel

Flensburg (Flensburger Tageblatt, 24.11.14)

Besucher des Citti-Parks erlebten das Hindernisfahren von fünf wunderlichen Geräten. Die Fachschule für Technik und Gestaltung Flensburg führte zum 8. Mal die „RobOlympics“ durch, eine Olympiade für selbstgebaute Roboter. 24 Studierende des Fachs Maschinentechnik hatten drei Wochen geplant, konstruiert und gebaut, unter anderem mit Hilfe des Programms CAD (Computer Aided Design).
Die Fahrzeuge, die ein bisschen nach schulischem Werkunterricht aussahen, aber weit mehr Technik boten, mussten eine kurvige Strecke voller Hindernisse zurücklegen, dabei einen Luftballon zum Platzen bringen und Seifenblasen produzieren.

„Wir haben wie für ein Projekt in der realen Wirtschaft gearbeitet“, sagte Fachschüler Ernst-Moritz Ritter, der bereits eine Lehre als KFZ-Mechatroniker absolviert hat und später am liebsten bei BMW arbeiten würde. Eine Lehre mit einem Jahr Berufserfahrung plus anschließendem Studium an der Fachschule entspräche der Ausbildung an einer Fachhochschule, erläuterte Lehrer Dietmar Post. Sechs Sponsoren hatten die Robolympics unterstützt. Zum Bauen der Modelle standen jeder Gruppe drei Servomotoren sowie ein Antriebsmotor zur Verfügung. Aber auch Zollstöcke, Wäscheklammern und Strohhalme kamen zum Einsatz. Jedes Team erhielt den gleichen Bausatz. Das Fahrzeug der Gruppe von Ernst-Moritz Ritter schaffte es nicht, über die hohen Bodenwellen zu kommen. „Die Übersetzung war nicht richtig“, kommentierte Lehrer Post. Dafür erhielt die Gruppe die besten Bewertungen für ihre Dokumentation und Originalität. Besonders der Mechanismus zum Herausschießen eines Nagels, um den Luftballon zu zerstören, gefiel der Jury um Schulleiter Dr. Sven Mohr.

Sieger wurde der Roboter „Bender Rodriguez“, benannt nach einer Comicfigur, die als Maskottchen auch auf dem Fahrzeug saß. 5:45 Minuten brauchte die Gruppe um Schüler Daniel Zander, für den Parcours. Am längsten brauchte das Gefährt „Woody Winkel“ mit 18:20 Minuten. Neben der Anerkennung freuten sich die Gewinner über Geld-Gutscheine.