Klimaschutz-Teilkonzept für das Georg-Löck-Haus in Itzehoe
Ziel eines Klimaschutz-Teilkonzeptes ist, geeignete Maßnahmen zu identifizieren, um die Treibhausgasemissionen in einem bestimmten Bereich in den kommenden 10-15 Jahren zu reduzieren. Ein solcher Maßnahmenplan wurde für das Georg-Löck-Haus entwickelt. Das besondere an diesem Projekt: Auf Einladung des Amtes für Bildung wurde der Maßnahmenplan von Studierenden der Fachrichtung Gebäudesystemtechnik (Fachschule für Technik und Gestaltung in Flensburg) entwickelt.
Das Georg-Löck-Haus in Itzehoe beherbergt seit vielen Jahren die Volkshochschule. Bereits vor einigen Jahren wurden neue Fenster eingesetzt, die einen verbesserten Wärmeschutz und Schallschutz bieten. Außerdem wurden neue Heizkessel und neue Pumpen eingebaut. Dieses Jahr sollte nun untersucht werden, in welchen Bereichen der Gebäudehülle und der Haustechnik weitere Energieeinsparpotenziale zu erzielen sind.
Diese Aufgabe wurde von zwei Klassen aus der Fortbildung zum „Staatlich geprüften Gebäudesystemtechniker“ der Fachschule für Technik und Gestaltung in Flensburg übernommen. In dem schulischen Projekt werden Tätigkeiten aus dem beruflichen Alltag eines Gebäudesystemtechnikers vorweg genommen. Dazu gehören Messungen und Analysen bestehender technischer Einrichtungen ebenso wie das Monitoring des Energieverbrauchs und die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen.
Zunächst haben die Studierenden des Jahrgangs 2015 („GST15“) die Gebäudehülle unter die Lupe genommen. Die Wärmeverluste durch Außenwände, Fenster, Decken und Fußböden wurden berechnet und mit den heutigen Anforderungen verglichen. Schließlich wurden Modernisierungsvorschläge erarbeitet und berechnet, wie viel Energie und Treibhausgasemissionen damit eingespart werden könnten.
Diese Zwischenergebnisse aus der Betrachtung der Gebäudehülle wurden dann an die Studierenden der Gebäudesystemtechnik Jahrgang 2014 („GST14“) übergeben. Auf Einladung des Amtes für Bildung haben die Studierenden eine Woche lang vor Ort gearbeitet, Messungen durchgeführt, Dokumentationen erstellt und die alltäglichen Arbeitsabläufe in der VHS kennen gelernt. Sie konnten dabei einen Arbeitsraum im Rathaus nutzen. Aus den vielfältigen erhobenen Daten und Beobachtungen wurden auch Vorschläge für die langfristige Werterhaltung der Immobilie entwickelt: ein barrierefreier Zugang zu allen Geschossen, die Verbesserung des Komforts durch Anordnung von WC´s auf allen Geschossen. In einigen Unterrichts- und Büroräumen wurde die Beleuchtungsstärke gemessen und Vorschläge zur Optimierung erarbeitet. Eine Heizlastberechnung wurde durchgeführt, um für die Effizienz der bestehenden Heizungsanlage eventuelles Optimierungspotenzial zu entdecken.
Zum Kerngeschäft eines Gebäudesystemtechnikers gehört aber vor allem der Betrieb eines Gebäudes. Wartungs- und Instandhaltungsintervalle müssen geplant, überwacht und dokumentiert werden. Alle haustechnischen Anlagen müssen optimal auf die jeweiligen Nutzeransprüche eingestellt sein, damit sie effizient arbeiten. Die Studierenden verschafften sich einen Einblick in dieses komplexe Arbeitsfeld und suchten Anknüpfungspunkte für den Einsatz einer CAFM-Software (Computer-Aided-Facility-Management).
Die Ergebnisse beider Klassen wurden in einem gemeinsamen Bericht zusammen geführt und am Mittwoch 09.03.16 in Itzehoe vorgestellt. Die Vorschläge der Studierenden zeigen auf, dass auch Modernisierungen an bestehenden Gebäuden wie dem Georg-Löck-Haus einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Laden Sie hier den Teil 1 (Energetische Bewertung der Gebäudehülle) herunter [Link]
Laden Sie hier den Teil 2 (Optimierungsvorschläge Haustechnik und Beleuchtung) herunter [Link]